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Rechtsgrundlage
Rechtsgrundlage für das Verfahren ist das Bremische Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BremBQFG) in seiner aktuell geltenden Fassung, das die Richtlinie 2013/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. November 2013 zur Änderung der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen umsetzt.

1. Wichtige Fragen vor der Antragstellung

Wenn Sie überlegen, einen Antrag auf Anerkennung Ihrer ausländischen Lehrbefähigung zu stellen, sollten Sie zunächst die folgenden Fragen klären:

  • Handelt es sich bei meiner ausländischen Qualifikation um eine abgeschlossene Ausbildung als Lehrer/-in? D.h., dürfte ich in dem Land, in dem ich ausgebildet wurde, ohne Einschränkungen als Lehrer/-in an einer öffentlichen Schule arbeiten? Nur dann ist das hier beschriebene Anerkennungsverfahren für Sie das richtige Verfahren.
  • Habe ich meine Ausbildung als Lehrer/-in an einer Hochschule absolviert? Nur Ausbildungen, auf die dieses zutrifft, können anerkannt werden.
  • Habe ich bereits in einem anderen deutschen Bundesland einen Antrag auf Anerkennung meiner ausländischen Lehrbefähigung gestellt? Die Antragstellung ist grundsätzlich nur in einem einzigen Bundesland möglich. Haben Sie Ihren Hauptwohnsitz derzeit nicht im Bundesland Bremen, so sollten Sie darlegen können, an einer Tätigkeit als Lehrer/-in in Bremen oder Bremerhaven interessiert zu sein.
  • Welche Fächer an welcher Schulform in Bremen kann und möchte ich unterrichten? Welche Fächer an welchen Schulformen in Bremen unterrichtet werden, können Sie dem Fächerkatalog für das Zweite Staatsexamenentnehmen.

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2. Anerkennungsberatung

Vor der Antragstellung empfehlen wir dringend die Kontaktaufnahme mit der Anerkennungsberatung der Arbeitnehmerkammer Bremen oder Frauen in Arbeit und Wirtschaft e. V.. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anerkennungsberatung klären mit Ihnen nach Terminvereinbarung im persönlichen Gespräch Fragen, die Sie zum Anerkennungsverfahren haben. Sie geben außerdem eine erste Einschätzung ab, ob ein Antrag auf Anerkennung Aussicht auf Erfolg haben könnte. Schließlich unterstützt die Anerkennungsberatung die Antragstellerinnen und Antragsteller bei der Zusammenstellung der erforderlichen Dokumente für einen vollständigen Antrag. Dadurch kann dieser im Staatlichen Prüfungsamt schneller bearbeitet werden. Darüber hinaus berät Sie die Anerkennungsberatung auch gern im weiteren Verlauf des Anerkennungsverfahrens.

Kontakt:
Anerkennungsberatung in der Arbeitnehmerkammer Bremen
Bürgerstr. 1
28195 Bremen
Tel. +49 421 36301-954
E-Mail: anerkennung@wah.bremen.de
Homepage: Arbeitnehmerkammer Bremen

Frauen in Arbeit und Wirtschaft e. V.
Knochenhauerstr. 20 - 25
28195 Bremen
Tel. +49 421 16937-0
E-Mail: kontakt@faw-bremen.de
Homepage: Frauen in Arbeit und Wirtschaft e. V.

3. Antragstellung beim Staatlichen Prüfungsamt (StaPa)

Anträge auf Anerkennung einer ausländischen Lehrbefähigung mit allen notwendigen Unterlagen können beim Staatlichen Prüfungsamt per Post oder, nach Terminvereinbarung, persönlich eingereicht werden. Bitte beachten Sie unbedingt, dass das Staatliche Prüfungsamt einen Teil der Unterlagen als amtlich beglaubigte Kopien benötigt. Bitte übersenden Sie diese Unterlagen nicht als unbeglaubigte Kopien oder als Originale.

Kontakt:
Staatliches Prüfungsamt
Katharinenstr. 12-14
28195 Bremen
Ansprechpartner: Dr. Mark Brüggemann
Tel. +49 421 361 6148
E-Mail: mark.brueggemann@wissenschaft.bremen.de

Zu einem vollständigen Antrag gehören die folgenden Unterlagen:]

  1. Vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular (pdf, 31.4 KB)
  2. amtlich beglaubigte Kopie des Passes
  3. deutschsprachiger Lebenslauf
  4. amtlich beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses/der Abschlusszeugnisse der Hochschule(n), an der/denen Sie studiert haben
  5. amtlich beglaubigte Kopie der Anlage(n) zu 4. mit Angabe der Fächer und Noten
  6. Ggf. zusätzlich (falls nicht schon durch die Hochschulabschlüsse nachgewiesen): amtlich beglaubigte Kopie des Dokumentes, das die Lehrerlaubnis im Ausbildungsstaat belegt
  7. Originalübersetzungen oder amtlich beglaubigte Kopien der Übersetzungen der Unterlagen 4. - 6. ins Deutsche
  8. Falls vorhanden: Nachweise über die bisherige Berufserfahrung als Lehrer/-in (bei fremdsprachlichen Dokumenten: mit Übersetzung ins Deutsche)

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4. Begutachtung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB)

Liegen dem Staatlichen Prüfungsamt die vollständigen Antragsunterlagen vor, so werden die ausländischen Ausbildungsnachweise der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) in Bonn übersandt. Diese erstellt ein Gutachten, in dem die nachgewiesenen Abschlüsse hinsichtlich ihrer Gleichwertigkeit mit einer Lehrerausbildung in Deutschland bewertet werden. Das Gutachten der ZAB wird als behördeninternes Dokument an das Staatliche Prüfungsamt übermittelt. Es geht inhaltlich über Zeugnisbewertungen hinaus, die privat von der ZAB angefordert werden und das Anerkennungsverfahren nicht ersetzen können.

5. Entscheidung des Staatlichen Prüfungsamtes

Auf der Grundlage des Gutachtens der ZAB nimmt das Staatliche Prüfungsamt eine Prüfung hinsichtlich der in Bremen vorhandenen Lehrämter vor. Als Ergebnis dieser Prüfung erhalten Sie einen Bescheid. Dieser kann eine Ablehnung (siehe 5.1.), eine Anerkennung nach Durchlaufen eines Anpassungslehrgangs (vorläufiger Bescheid, siehe 5.2.) oder eine sofortige Gleichstellung (Gleichstellungsbescheid, siehe 6.) beinhalten.

5.1. Ablehnung
Ergeht ein Ablehnungsbescheid, so bedeutet dies, dass die Voraussetzungen für eine Gleichwertigkeitsfeststellung nach BremBQFG nicht erfüllt sind. Der Zugang zum reglementierten Beruf der Lehrerin/des Lehrers ist in diesem Fall nur möglich, indem ein Studium des Master of Education mit anschließendem Vorbereitungsdienst abgeschlossen wird. Möglicherweise können aber Leistungen, die im Studium an einer ausländischen Hochschule erbracht wurden, angerechnet werden. Hierfür ist nicht das Staatliche Prüfungsamt, sondern die Universität zuständig.

5.2. Anpassungslehrgang
Liegen wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer ausländischen Lehrer/-innenausbildung und der Ausbildung für das von Ihnen angestrebte Bremer Lehramt vor, so ergeht ein vorläufiger Bescheid, in dem von Ihnen für die Anerkennung der Abschluss eines Anpassungslehrgangs gefordert wird. Dieser kann aus einer wissenschaftlichen (siehe 5.2.1.) und/oder einer berufspraktischen Anpassungsmaßnahme (siehe 5.2.2.) bestehen. Alternativ ist unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Eignungsprüfung möglich.

5.2.1. Wissenschaftliche Anpassungsmaßnahme
Wissenschaftliche Anpassungsmaßnahmen in Bremen werden an der Universität Bremen durchgeführt. Sie bestehen aus dem Nachstudium von fachlichen und/oder fachdidaktischen Inhalten im Umfang von maximal 80 Credit Points (CP). Eine Immatrikulation erfolgt hierfür nicht. Koordiniert werden die wissenschaftlichen Anpassungsmaßnahmen vom Studienzentrum Lehramt der Universität Bremen.

Kontakt:
Studienzentrum Lehramt
Kathrin Ulbricht und Ursula Engels, Tel. +49 421 218 61913
E-Mail: stz.lehramt@uni-bremen.de

5.2.2. Berufspraktische Anpassungsmaßnahme
Berufspraktische Anpassungsmaßnahmen umfassen die von einer Mentorin /einem Mentor betreute Tätigkeit als Lehrer/-in an einer öffentlichen Schule im Land Bremen, außerdem eine berufsbegleitende Zusatzausbildung. Die maximale Dauer beträgt 18 Monate, am Ende erfolgt eine Bewertung. Für die berufspraktische Anpassungsmaßnahme wird ein befristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen. Die Koordination erfolgt im Land Bremen durch das Landesinstitut für Schule (LIS).

Kontakt:
Landesinstitut für Schule (LIS)
Frau Ruth Beckmann
Tel. +49 421 361 6154
E-Mail: rbeckmann@lis.bremen.de

6. Gleichstellungsbescheid

Sind die Voraussetzungen zur Feststellung der Gleichwertigkeit Ihrer ausländischen Qualifikation für den Lehrer/-innenberuf erfüllt – ggf. nach dem erfolgreichen Durchlaufen eines Anpassungslehrgangs -, so erlässt das Staatliche Prüfungsamt nach Vorlage aller notwendigen Nachweise einen Gleichstellungsbescheid. Dieser ist zugleich die Berechtigung zur Aufnahme und Ausübung des Berufs des Lehrers/der Lehrerin im Land Bremen.
Mit dem Gleichstellungsbescheid ist noch keine Entscheidung über eine Einstellung in den bremischen Schuldienst getroffen. Es besteht auch kein Rechtsanspruch auf Einstellung im Angestelltenverhältnis oder auf Übernahme in das Beamtenverhältnis. Sie können sich aber nach erfolgter Gleichstellung auf unbefristete Stellen als Lehrer/-in im Land Bremen bewerben. Aktuelle Stellenausschreibungen für den Schuldienst finden Sie im Bewerbungsportal für Lehrkräfte, in dem Sie sich auch als Bewerber/-in registrieren können.