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Rücktritt und Versäumnis von Prüfungsteilen

Sollten Sie wegen Krankheit oder aus einem anderen wichtigen Grund an der angesetzten Prüfung verhindert sein, so haben Sie zur Vermeidung der Rechtsfolge, dass diese mit "nicht bestanden" bewertet wird,

  1. unverzüglich, d.h. in dem Moment, in dem der Hinderungsgrund eintritt, spätestens jedoch am Prüfungstag um 08.00 Uhr den Hinderungsgrund bei der Verwaltung des Staatlichen Prüfungsamtes bekannt zu machen und eindeutig zu erklären. Nutzen Sie alle Ihnen möglichen Kommunikationswege. Nicht unverzüglich bekannt gemachte Hinderungsgründe werden nicht als zulässige Begründung für ein Terminversäumnis angenommen.
  2. Der Hinderungsgrund ist in einem schriftlichen Antrag vom Prüfling zu begründen und muss spätestens am Folgetag der angesetzten Prüfung dem Staatlichen Prüfungsamt vorliegen.
  3. Dem Antrag ist ein Nachweis über den Hinderungsgrund beizufügen.

Im Falle einer Erkrankung muss ein amtsärztliches Zeugnis nachgewiesen werden. Der Prüfling muss sich beim amtsärztlichen Dienst nach Rücksprache mit dem Prüfungsamt sofort bzw. spätestens am Prüfungstag um 08.00 Uhr telefonisch, per E-Mail, per Fax oder persönlich melden. Eine nachträgliche amtsärztliche Beurteilung ist nicht möglich. Siehe Merkblätter:

Das Staatliche Prüfungsamt kann auf die Vorlage des amtsärztlichen Zeugnisses verzichten, wenn offensichtlich ist, dass der Prüfling prüfungsunfähig ist.

Die behandelnde Ärztin/Der behandelnde Arzt kann sich hier nicht erfolgreich auf ihre/seine ärztliche Schweigepflicht berufen; denn im Verlangen der Patientin/des Patienten, ein zur Feststellung der Prüfungsunfähigkeit durch das Prüfungsamt geeignete ärztliche Bescheinigung auszustellen, liegt die konkludent erklärte Entbindung der Ärztin/des Arztes von der Schweigepflicht. Nutzen Sie bitte das Formular über die Bescheinigung der Prüfungsunfähigkeit. (pdf, 28.9 KB)

Im Falle eines anderen wichtigen Hinderungsgrundes, z. B. Todesfall eines nahen Verwandten kurz vor der Prüfung, ist der Nachweis durch eine Sterbeurkunde beizubringen.

Kosten, die durch die ärztliche Untersuchung oder der Erbringung anderer Nachweise entstehen, gehen zu Lasten des Prüflings.

Das Staatliche Prüfungsamt wird daraufhin feststellen, ob eine anerkennungswürdige Begründung vorliegt, die Prüfung im ersten Versuch nachzuholen. Stellt das Staatliche Prüfungsamt fest, dass keine unverzügliche Meldung des Hinderungsgrundes erfolgte, keine anerkennungswürdige Begründung oder kein hinreichender Nachweis vorliegt, gilt der betreffende Prüfungsteil als "nicht bestanden". Keine anerkennungswürdigen Begründungen sind z. B. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, der allgemeine Hinweis einer Prüfungsunfähigkeit, Schwangerschaft, Nebenwirkungen von Medikamenten, Urlaub, berufliche Arbeit. Da das Staatliche Prüfungsamt jeden Antrag im Einzelfall behandelt, ist die Erstellung eines abschließenden Kataloges über anerkennungswürdige bzw. nicht anerkennungswürdige Hinderungsgründe nicht möglich, grundsätzlich sind aber an eine anerkennungswürdige Begründung höhere Maßstabe anzulegen als für die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit.

Auf § 26 der Verordnung wird verwiesen.